Konzeptpapier: „Vinxeler Insel Am Alten Hobshof“

Stand  18.04.2017 Dokument als pdf downloaden


Einleitung

Das Hobshofareal sowie die Wiesenflächen des Kapellenwegs gehören aktuell dem Erzbischöflichen Schulfond. Es besteht für diese Fläche ein gültiger Bebauungsplan, der aus den 70er Jahren stammt. Dabei besteht für das Hobshofareal, seit dieser Zeit, eine dauerhafte öffentliche Zweckbindung als Gemeinbedarfsfläche.

Die Änderung des Bebauungsplans ist angestoßen und die Stadt befasst sich zurzeit mit den Änderungswünschen des aktuellen Besitzers. Bis jetzt wurde die Gemeinbedarfsfläche keiner öffentlichen Nutzung zugeführt und privatwirtschaftlich genutzt. Die zweckfremde Nutzung wurde anscheinend bisher stillschweigend geduldet.

Wir möchten nunmehr die Gemeinbedarfsfläche wieder einer öffentlichen Nutzung zuführen und an dieser Stelle einen neuen Dorfplatz mit einer Begegnungsstätte für die Vinxeler Bürger entstehen lassen, so dass alle Altersgruppen gleichermaßen hiervon profitieren.

Das Areal liegt auf einer Anhöhe wie eine Insel im Zentrum des Dorfes. Wir möchten hier eine Insel der Begegnung etablieren, sodass wir den vorläufigen Projekttitel „Vinxeler-Insel Am Alten Hobshof“ gewählt haben.

Dieses Konzeptpapier zeigt die historischen Hintergründe des Hobshofareals auf, versucht die Ist-Situation sowie den Bedarf darzustellen und formuliert einen realistischen, finanziell tragbaren Lösungsweg.


Mittelalterliche Historie von Vinxel und dem Hobshof

Vinxel wurde erstmalig im Jahr 1173 urkundlich erwähnt. Ursprünglich hieß Vinxel „Vunfselden“ und bedeutete fünf „Herrenhöfe“. Die Ursprungshöfe waren: Hof Frankenforst, Winkeler Hof, Heiderhof, Hof Ettenhausen und Hof Ungarten. Im Zentrum der 5 Höfe wurde die Vinxeler Kapelle errichtet, die erstmalig 1348 Erwähnung findet.

Die Erwähnung des Hobshofes erfolgte erstmalig um 1515. Wahrscheinlich wurde die Vinxeler Kapelle bereits als Hofkapelle des Hobshofes errichtet. [1]

Bereits im Mittelalter hatte allein aus geographischer Sicht das Hobshofareal mit der Vinxeler Kapelle im Mittelpunkt der fünf umliegenden Herrenhöfe eine zentrale Bedeutung für Vinxel.


Neuzeitliche Historie des Hobshofareals

Die Kapelle wurde im Laufe der Zeit mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Der in seinen Ursprüngen erhaltene heutige Bau stammt aus dem Jahr 1758 und wurde 2009 umfangreich restauriert. Die Kapelle ist das Vinxeler Wahrzeichen und schmückt die Wappen der Ortsvereine. Er wird auch „Veußeler Dom“ genannt, was die hohe Bedeutung für die Bürger widerspiegelt. Bis heute wird die Kapelle weiterhin für Gottesdienste und Prozessionen genutzt.

In unmittelbarer Nachbarschaft der Kapelle befindet sich auf dem Hobshofareal eine L-förmig gemauerte Scheune sowie ein Pachthaus, der „Alte Hobshof“. Das Alter der Bausubstanz der Hobshofgebäude lässt sich nicht eindeutig bestimmen, da die Gebäude mehrfach durch Brand zerstört und dann wieder aufgebaut wurden. Die Scheune wurde wahrscheinlich um 1920 gebaut und enthält dem Vernehmen nach noch Balken aus dem Jahr 1798. Das Pachthaus stammt mit großer Wahrscheinlichkeit aus den 50er Jahren,  hat jedoch einen älteren Gewölbekeller.

Bis in die 70er Jahre wurde der alte Hobshof noch landwirtschaftlich genutzt. Anschließend wurde der Hof nach außerhalb des Dorfes verlagert und neu aufgebaut; es entstand der „Neue Hobshof“. Auf dem alten Areal blieben ungenutzte leerstehende Gebäude zurück.

Bereits in den 70er Jahren wurde von der Stadt Königswinter die zentrale Bedeutung des Hofes für das Dorf erkannt und es erfolgte im Rahmen einer Bebauungsplanänderung die Nutzungsänderung in eine Gemeinbedarfsfläche.

Nach einem längerem Leerstand des alten Hobshofes erfolgte der Umbau des Pachthauses in eine einfache Gaststätte/Restaurant, welches im Laufe der Jahre dann an immer wieder wechselnde Gaststättenbetreiber verpachtet wurde. Der aktuelle Pachtvertrag wurde zum 31.03.2017 gekündigt. Die Scheune wird vom jetzigen Pächter derzeit als Lagerraum und Getränkehandel genutzt. Der Besitzer des Grundstückes ist der Erzbischöfliche Schulfond, der dieses Areal jedoch verkaufen möchte.

Die Backsteinscheune und das Pachthaus weisen augenscheinlich neben der altersbedingten Abnutzung auch größere Baumängel auf, eine nachhaltige Sanierung der Gebäude hat in den letzten Jahrzehnten nicht stattgefunden.

Die Vinxeler-Kapelle ist restauriert und wird regelmäßig genutzt.
Die Gebäude des Hobshofes weisen augenscheinlich größere Baumängel auf und das Areal ist zurzeit nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.
Seit den 70er Jahren besteht hier eine Gemeinbedarfsfläche. Bisher wird das Areal zweckentfremdet und privatwirtschaftlich genutzt, wobei die Nutzung anscheinend stillschweigend geduldet wird.


Vinxel heute

Vinxel liegt im Bergbereich des Siebengebirges und ist Teil des Kirchspiels Stieldorf. Es liegt auf einer Anhöhe von ca. 150 bis 180m Höhe. Es hat ca. 1.800 Einwohner und rund 850 Haushalte. Vinxel ist das größte Dorf im Kirchspiel Stieldorf und darüberhinaus das 8-größte Dorf in Königswinter. [2]

Verkehrstechnisch ist Vinxel näher an Bonn als an Königswinter angebunden, Straßen und Wege sind insgesamt sehr gut ausgebaut. Vinxel besteht fast ausschließlich aus Wohngebäuden in ein- bis maximal zweigeschossiger Höhe. Alles in Allem ist die Wohnlage als sehr ruhig zu beschreiben, ohne wesentliche Lärmbelästigungen, bis auf einen gelegentlichen Fluglärm des Köln-Bonner Flughafens.

Es wird umschlossen von landwirtschaftlich genutzten Flächen und in vielen Randlagen des Ortes besteht eine Aussichtslage durch die erhöhte Lage.

Am Rande des Ortsausganges von Vinxel Richtung Bonn-Oberkassel befindet sich das Versuchsgut Frankenforst der Universität Bonn, sowie am Ortsausgang in Richtung Bonn-Ungarten der landwirtschaftlich geführte „Neue Hobshof“. Desweiteren liegt, ebenfalls außerhalb, das „Gut Heiderhof“ das als privater Reitstall geführt wird.

Relativ zentral gelegen, mitten im Ortskern, gibt es einen Kindergarten, der von einer Elterninitiative geführt wird und neben dem der einzige, für alle zugängliche Kinderspielplatz vorhanden ist. Dem Kindergarten vorgelagert ist ein größerer Parkplatz, der „Vünftzailplatz“, der mit seiner Fläche die einzige Möglichkeit bietet, jeweils mit großem Aufwand als Festplatz für Dorffeste und Veranstaltungen genutzt werden zu können. Einzelhändler gibt es, bis auf eine alteingesessene lokale Bäckerei, keine mehr. Außerhalb, in Richtung Stieldorf, befindet sich ein Sportplatz, der jedoch aktuell nicht vom Dorf genutzt wird.

Hinter dem Sportplatz, genau zwischen Vinxel und Stieldorf, ist ein Flüchlingswohnheim angesiedelt. Auf einer zweiten Gemeinbedarfsfläche, genau gegenüber dem Hobshofareal, wurde ein mehrgeschossiger Sozialbau errichtet, der anfänglich als Aussiedlerwohnheim genutzt wurde.

Im Keller des Gebäudes befindet sich ein etwas größerer Raum, der von den Vereinen des Dorfes als Lagerraum und gelegentlich auch als Besprechungsraum/Versammlungsraum verwendet wird.

Vinxel hat insgesamt 5 Vereine bzw. Gruppen, die das Dorfleben aktiv mitgestalten.

Vinxel ist mit seiner Einwohnerzahl das größte Dorf im Kirchspiel Stieldorf. Das Erscheinungsbild ist durch einen dörflichen Charakter geprägt und von einem ländlichen Umfeld umgeben.
Im Dorfgefüge befindet sich fast ausschließlich Wohnbebauung. Bis auf einen Bäcker und einen Kindergarten ist ansonsten keine nennenswerte Infrastruktur vorhanden.


Entwicklung Infrastruktur

Die bisher vorhandene Infrastruktur hat sich in den letzten Jahren erheblich gewandelt. Bis vor einigen Jahren befanden sich noch landwirtschaftliche Strukturen innerhalb des Dorfes mit Vieh- und Ackerwirtschaft. Auch waren hier kleinere Einzelhändler (EDKA, Getränkehändler) sowie eine Post vorhanden. Daneben gab es Gaststätten und weit früher auch einmal eine Feuerwehr. Diese Strukturen sind nicht mehr existent.

In Vinxel ist ein hoher Substanzverlust zu verzeichnen, der die sozialen Strukturen in erheblichem Maße negativ beeinflusst. 

Vinxel entwickelt sich immer mehr zu lediglich einer „Schlafstätte“ mit Pendlern nach Bonn und Köln.

Auch die von Vinxel weit entfernten Treffpunkte in der Umgebung werden immer weniger. Die Gastätte Sutorius und das Landhänschen in Stieldorf wurden geschlossen und zu Wohnhäusern umgebaut.

Tankstelle, Ärzte Apotheke und Lebensmittelfachmarkt, Metzger, Grundschule, Post, Eisdiele, Friseur und auch Gemeindehäuser befinden sich in Stieldorf oder Oelinghoven und müssen von Vinxel aus entweder mit dem Auto, oder mit dem öffentlichen Nahverkehr (Bus) erreicht werden. Viele Busse fahren teilweise nur halbstündlich. Kommunikationsknotenpunkte gibt es in Vinxel selber so gut wie keine mehr.

Die Vereine beklagen Mitgliederschwund und haben keinen ausreichenden Nachwuchs mehr, da sie, mangels Platz, auch keine attraktiven Angebote anbieten können. Zwar kann der vorhandene Parkplatz, der Vünftzailplatz, für Feste genutzt werden, jedoch ist hier das Anmieten von teuren Zelten und sehr viel Aufwand beim Aufstellen erforderlich, um überhaupt an einigen wenigen Tagen im Jahr eine Plattform zu schaffen, damit sich die Bürger im Dorf treffen können. Und dies ist dann leider auch noch immer wetterabhängig. Einmal im Jahr, an Karneval, wird ein sehr großes  Festzelt gemietet, um im Dorf die fünfte Jahreszeit zu feiern. Dieses Zelt kostet mehrere tausend Euro, weshalb die Finanzierung Jahr für Jahr auf’s Neue fraglich ist und die Vereine hier auf Spenden angewiesen sind.

Auch müssen einzelne Aktivitäten in andere Dörfern verlagert werden, da es in Vinxel keine geeigneten Räume gibt, Treffen oder Feiern zu veranstalten, wie z.B. das jährliche  Seniorenfest in der Adventszeit.

Der sogenannte Bürgerkeller, auf der dem Hobshofareal gegenüberliegenden Fläche, wird hauptsächlich als Lager für die Vereine genutzt. Unter den Bürgern wird dieser Keller auch gerne „der Bunker“ genannt, da er weder eine geeignete Raumhöhe aufweist, noch ausreichend Tageslicht spendet. Darüberhinaus ist er nicht behindertengerecht zugänglich und muss über eine für ältere Bürger sehr schwierig zu begehende Außentreppe erreicht werden. Bürger, die beispielsweise auf einen Rollator oder einen Rollstuhl angewiesen sind, haben somit so gut wie keine Chance, an Treffen teilzunehmen. 

Treffpunkte für Kinder >6 Jahre und Jugendliche gibt es keine. Gewünschte Aktivitäten sind fast ausschließlich außerhalb des Dorfes möglich.

Die Folge ist, dass Kontakte bzw. Begegnungen außerhalb des privaten Bereiches zwischen den Bürgern kaum möglich sind. Auch fehlt gänzlich die Möglichkeit,  Aussiedler und Flüchtlinge zu integrieren, da hierfür wichtige zentrale Treffpunkte fehlen. Gerade in dieser Hinsicht sollten in der heutigen Zeit Kontaktpunkte vorhanden sein, um Integration zu ermöglichen und zu leben! Dies ist z.B. auch und gerade in der Vereinsarbeit möglich, für die aber,  wie oben beschrieben, keine adäquaten Räumlichkeiten zur Verfügung stehen.

Gerade in den letzten Jahren war somit die Folge, dass neu Hinzugezogene nicht hinreichend in das Dorf integriert werden konnten. Diese führte innerhalb des Dorfes bereits häufiger zu Konflikten, worüber auch mehrfach in der Presse berichtet wurde.

Schon 2007 wurde eine Analyse im Rahmen einer Rahmenplanung der Dorfentwicklung von der Stadt Königswinter durchgeführt [3]Download.

Zu diesem Zeitpunkt wurde geschrieben:

Es bestehen

  1. Gestaltungsdefizite bei punktuellen Kommunikationspunkten, insbesondere in Vinxel,
  2. Defizite an Kommunikationspunkten zur Verbesserung des nachbarschaftlichen Nebeneinanders, insbesondere in Vinxel,
  3. fehlende Angebote an Freizeit- und Erholungsflächen für alle Altersgruppen, insbesondere > 12 Jahre,
  4. fehlendes Flächendeckendes Angebot an Spielräumen und Einrichtungen für Kinder und Jugendliche.

„Darüberhinaus fehlt es an (Gemeinbedarfs-) Einrichtungen der sozialen Infrastruktur für alle Altersgruppen“, so die Aussage im offiziellen Rahmenplan der Stadt Königswinter von 2007.

Die Situation hat sich seit 2007 allerdings noch weiter erheblich verschlechtert.

Vinxel entwickelt sich immer mehr zu einer Schlafstätte mit Pendlern nach Köln und Bonn. Das dörfliche Leben mit sozialen Interaktionen wird erheblich erschwert, durch das Fehlen von Kommunikationspunkten und entsprechender Infrastruktur. Diese Defizite wurden bereits im Rahmenplan der Stadt Königswinter im Jahre 2007 dargelegt. Durch das Wegfallen dieser Strukturen ergibt sich schon lange ein Konfliktpotential zwischen den Bürgern. Eine Integration von Flüchtlingen und Aussiedlern in das dörfliche Leben kann so nicht stattfinden.


Was sind die Ziele?

Wir möchten die Gemeinbedarfsfläche wieder einem Gemeinnutzen zuführen. Hierzu wurde zum Projekt ein entsprechender Beschluss auf der letzten Jahreshauptversammlung des Bürgerverein Vinxel e.V gefasst [4]Download.

Wir möchten Kommunikationsknotenpunkte schaffen, indem wir auf dem Hobshofareal einen neuen Dorfplatz und eine Begegnungsstätte mit einem Dorfgemeinschaftshaus realisieren.

Diese Fläche soll wieder der historische Dorfmittelpunkt werden, mit einem neuen, dem Dorf entsprechenden „Gesicht“. 

Es sollen sich Senioren, Kinder und Jugendliche und Vereine barrierefrei auf dem Dorfplatz und in einer Begegnungsstätte treffen und bewegen können.

Alle Bürger sollten sich wieder mit dem Dorf identifizieren können und die Attraktivität des Dorfes soll für alle Altersgruppen gesteigert und zugänglich gemacht werden. Unser Dorf soll insgesamt lebenswerter und liebenswerter werden!

Die Gemeinbedarfsfläche mit Dorfplatz und Dorfgemeinschaftshaus soll ausschließlich öffentlich und nicht privatwirtschaftlich genutzt werden.

Der neue Dorfplatz

Das auf einer Anhöhe im Zentrum des Dorfes gelegene Areal soll zu einen neuen Dorfplatz entwickelt werden.

Der Platz ist groß genug, so dass hier ein neuer Spielplatz, ein Boulebahn, ein Grillplatz und auch genug Sitzmöglichkeiten errichtet werden können.

Es soll kein klassischer „toter“ Dorfplatz sein, sondern wir wollen, dass dieser Platz lebt und zum Treffen einlädt.

Das Dorfgemeinschaftshaus

Auf dem Platz soll die Scheune wieder reaktiviert und als Dorfgemeinschaftshaus bzw. Multifunktionshaus hergerichtet werden.

Die Scheune besitzt mit der Backsteinfassade inkl. den prägnanten Toröffnungen und dem Dach erhaltenswerte und ortsbildprägende Bausubstanz. Diese Sanierung in einem wirtschaftlichen vertretbaren Rahmen durchführen zu können, ist eines unserer Ziele.

Es bietet sich an, den Zwischenraum der L-förmig gebauten Scheune zu überdachen und mit ins Gebäude zu integrieren, sodass insgesamt eine Nutzfläche von ca. 200qm entstehen wird.

Die Realisierbarkeit, muss nach Analyse der Bausubstanz eruiert werden. Evtl. könnte auch ein Abriss von Teilbereichen oder aller Gebäude notwendig sein, um dann dem Dorfcharakter entsprechend die Scheune bzw. die Gebäude wieder neu aufzubauen.

Mit welchem Aufwand die Gebäude saniert werden können, und ob sie für die zukünftige Nutzung geeignet sind, muss herausgefunden werden.

Damit ein solches Projekt lebt, sind ausreichend attraktive Angebote für alle Einwohner aller Altersgruppen notwendig.

Gemeinnützige Bewirtungsstätte

Wir möchten eine gemeinnützig vom Bürgerverein Vinxel e.V. geführte „Bewirtungsstätte“ etablieren mit Küche, Gastraum und einigen Außensitzplätzen. Hier soll regelmäßig zu Seniorenkaffee, Kultur-Kaffee, Jugendkaffee und auch abends zu einer keinen „Scheunenwirtschaft“ einladen werden. Die Öffnung soll nur an bestimmten Tagen in der Woche nach Bedarf erfolgen. Es soll somit ein Kommunikationspunkt für alle Altersgruppen entstehen mit regelmäßigen wiederkehrenden Veranstaltungen, insbesondere auch für die in Vinxel aktiven Vereine und Gruppen.

Veranstaltungsraum

Funktionell unabhängig soll ein Veranstaltungs- bzw. Versammlungsraum vorhanden sein, der für alle regelmäßigen Aktivitäten der Vereine und auch für private Feste, ggf. auch in Verbindung mit der „Bewirtungsstätte“, genutzt werden kann.

Yogakurse, Tanztraining, Chorproben, Theatergruppen, Kulturveranstaltungen, Malkurse, aktuelle Themenvorträge sowie Integrationskurse sind Veranstaltungen mit einem konkreten Bedarf.

Alle Aktivitäten, die von den Vereinen bisher auswärtig durchgeführt wurden, sollen wieder in Vinxel erfolgen.


Retuschiertes Foto der Hobshofscheune von der Kapelle aus gesehen (April 2017)

 
Retuschiertes Foto der Hobshofscheune vom Kapellenweg aus gesehen (April 2017)

Das Hobshofareal soll wieder die Bedeutung bekommen, die es bereits seit Jahrhunderten inne hatte. Es soll eine Reaktivierung eines neuen Dorfplatzes und die Realisierung einer Begegnungsstätte mit Dorfgemeinschaftshaus erfolgen, die allen Bürger im Dorf gleichermaßen von Nutzen ist. Ziel ist die ortsbildprägende Bausubstanz der Scheune zu erhalten. Die Scheune soll eine gemeinnützige Bewirtungsstätte sowie einen Veranstaltungsraum beherbergen.


Wie soll das finanziert werden?

Zur Umsetzung der Pläne für den Dorfplatz und das Multifunktionshaus können unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 65% der notwendigen finanziellen Mittel über öffentliche Fördermittel (z.B. über „Förderung der Integrierten Ländlichen Entwicklung“ des Landes NRW) erfolgen. Hierzu wurde bereits mehrfach mit der zuständigen Stelle des Regierungspräsidenten Köln Kontakt aufgenommen, wobei die Förderung eines solchen Projektes sehr wahrscheinlich ist. Gefördert werden allerdings nur Gemeindeprojekte, die auch tatsächlich zu 100% gemeinnützig sind! Der Antragsteller muss die Gemeinde sein.

Die restliche Summe muss durch Eigenleistung aus dem Dorf sowie durch Leistungen der Stadt Königswinter erfolgen.

Es muss geklärt werden, welche detaillierten Fördervoraussetzungen vorliegen müssen, und ob Spenden und evtl. eine Querfinanzierung aus dem Verkauf weitere Grundstück erfolgen dürfen.

Die öffentliche Förderung einer privat geführten Gaststätte ist nicht möglich. Es ist fraglich, ob nach einem notwendigen entsprechendem Umbau des Pachthauses die Kosten durch einen neuen Pächter wieder eingenommen werden können, und ob sich ein solcher Betrieb dann auch wirtschaftlich lohnt.

Der Erhalt eines „Bewirtungsbetriebs“ im Dorf ist sehr wünschenswert, wobei vorgeschlagen wird beim Umbau der Scheune einen gemeinnützige „Scheunenwirtschaft“ zu etablieren, die von dem Bürgerverein betreiben wird.

Öffentliche Fördermittel können durch die Stadt beantragt werden. Eine Förderung ist unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 65% möglich. Der Umbau eines privatwirtschaftlich geführten Gaststättenbetriebs kann nicht durch öffentliche Mittel gefördert werden. Es wird vorgeschlagen einen gemeinnützigen „Bewirtungsbetrieb“ zu etablieren.


Betriebskostenkonzept

Es wird der Stadt angeboten, dass der Bürgerverein Vinxel e.V. für die laufenden Betriebskosten mit Strom, Wasser, Wärme, Abwasser und Müll sowie zusätzlich für Schönheitsreparaturen und die Pflege der Außenbereiche aufkommen wird.

Um die Betriebskosten so gering wie möglich zu halten, sollte nach dem aktuellen Stand der Energietechnik das Gebäude ausgestattet werden.

Man muss zwischen den Basis-Betriebskosten und den zusätzlichen Kosten für Veranstaltungen und Bewirtungsbetrieb unterscheiden.

Für die Basiskosten mit Wärme, Wasser, Abwasser sowie Müll wird geschätzt 2 €/qm pro Monat benötigt [5]. Die Mehrkosten für Veranstaltungen und Bewirtungsbetrieb müssen sich selber tragen.

Die Betriebskosten für Strom, Wasser, Wärme, Abwasser und Müll sowie die zusätzlichen Kosten für Schönheitsreparaturen und die Pflege der Außenbereiche werden vom Bürgerverein Vinxel e.V. übernommen. 


 Umweltkonzept

Ein solches Projekt sollte nicht nur zukunftsorientiert für die Vinxeler Bürger sein, sondern auch nachhaltig mit den Umweltressourcen umgehen.

Eine entsprechende nach dem heutigen Stand der Technik mögliche Wärme und Schalldämmung ist selbstverständlich.

Zusätzlich könnte eine Photovoltaikanlage in Kombination mit einem Energiespeicher und evtl. einer Geothermieanlage eine möglichst unabhängige Energieversorgung ermöglichen und langfristig die Betriebskosten senken.

Die komplette Beleuchtung sollte entsprechend mit energieeffizienten Leuchtmittel erfolgen, was nicht nur die Betriebskosten, sondern auch die Wartungskosten senkt, da diese eine längere Lebensdauer als herkömmliche Leuchtmittel aufweisen.

Für die Bewässerung der Außenanlagen sollte eine Brauchwasseranlage eingesetzt werden.

Eine Photovoltaikanlage in Kombination mit einem Energiespeicher und evtl. einer Geothermieanlage sollte die Umweltressourcen schonen und Betriebskosten sparen.
Eine nach dem heutigen Stand der technischen Möglichkeiten umgesetzte Energietechnik sollte politisch und auch gesellschaftlich gewollt sein.


Wie soll das Umfeld des neuen Dorfplatzes aussehen?

Uns ist wichtig, dass Vinxel den dörflichen Charakter behält und die Bebauung grundsätzlich daran angepasst wird. Insbesondere dort, wo Vinxel wieder einen zentralen Dorfplatz erhält, an einem historischen Ort mit der Vinxeler-Kapelle im Mittelpunkt.

Die Sicht soll von allen Seite aus ungestört auf die wieder hergerichtete dorfbildprägende Scheune und die Vinxeler Kapelle möglich sein, zumal das Areal des neuen Dorfplatzes eine erhöhte Lage aufweist und wie eine Insel in der Dorfmitte liegt.

Die Bebauung auf der Hobshofwiese, die unmittelbar an die Gemeinbedarfsfläche angrenzt, soll an den neuen Dorfplatz angepasst werden.

Die Bebauung des Kapellenwegs (Feldseite) soll ebenfalls dem dörflichen Charakter entsprechen. Hier könnte man sich eine eingeschossige individuelle Bauweise vorstellen mit unterschiedlichen Grundstücksgrößen um eine monotone Bebauung zu verhindern.

Der Kapellenweg soll keine neue Erschließungsstraße werden, die dann evtl. weitere geplante Neubaubereiche versorgt. Vielmehr sollte die Straße in ein nachhaltiges städtebauliches Gesamtkonzept integriert werden. Hier könnte man sich einen verkehrsberuhigten Ausbau vorstellen, da die Straße direkt am neuen Dorfplatz mit dem dann darauf befindlichen Spielplatz läuft.

Vinxel soll den dörflichen Charakter behalten und die Bebauung soll grundsätzlich daran angepasst werden. Die Bebauung auf der Hobshofwiese soll an den neuen Dorfplatz angepasst werden. Die Bebauung des Kapellenwegs (Feldseite) soll dem dörflichen Charakter entsprechen. Der Kapellenweg soll keine neue Erschließungsstraße werden, die dann evtl. weitere geplante Neubaubereiche versorgt. Vielmehr sollte die Straße in ein nachhaltiges städtebauliches Gesamtkonzept integriert werden.


 Wie sind die nächsten Schritte?

Die Stadt muss grundsätzlich bereit sein, das Projekt mit Bürgerbeteiligung umzusetzen.

Stadt und Rat müssen einer Prüfung des Konzeptpapiers und evtl. Umsetzung zustimmen.

Der Besitzer muss einem Verkauf der Fläche zustimmen oder er muss in die vollumfängliche öffentliche Nutzung ohne Verkauf des Grundstücks einwilligen.

Die Fördervoraussetzungen müssen geprüft werden [6].

Evtl. müssen förderrelevante Voraussetzungen noch erfüllt werden.

Die Gebäude müssen fachlich begutachtet werden, um zu klären, ob eine Sanierung überhaupt möglich ist.

Anschießend soll ein Projektplan mit detaillierter Kostenschätzung erfolgen.

Der Projektplan muss mit den Bürgern abgestimmt werden.

Die komplette Finanzierung inkl.  Eigenleistungen muss gewährleistet werden.

Nach Zustimmung muss dann der Antrag zur Förderung gestellt werden, um dann die Umsetzung des Projekts zu ermöglichen.

Stadt und Stadtrat müssen dem Projekt und der Umsetzung zustimmen und auch den Antrag zur Förderung einreichen.


Quellen:

[1] www.vinxel.de, Rudolf Pieper

[2] Einwohnerstatistik Königswinter Stand 31.12.2016

[3] Rahmenplanung für die Stadtteile Stieldorf, Oelinghoven und Vinxel für die künftige Entwicklung der Stadtteile bis zum Jahr 2020, Stadt Königswinter“

[4] Protokoll Jahreshauptversammlung am 17.03.2017″

[5] Betriebskostenspiegel Mieterbund NRW 2015

[6] Fördervoraussetzungen für das Programm „Förderung der Integrierten Ländlichen Entwicklung“ des Landes NRW.