Bericht der Jahreshauptversammlung 2018

Am 09.03.2018 fand die Jahreshauptversammlung des Bürgervereins im Bürgerkeller statt.
Wolfgang Stahl führte als Moderater durch das Programm.
Der vollständige Vortrag mit allen Folien kann hier herunterladen werden. Das komplette Protokoll wird demnächst im Downloadbereich verfügbar sein. 

Gedenkminute und Mitgliederehrung

Nach einer Gedenkminute über die verstorbenen Mitglieder wurde die Mitgliederehrung durchgeführt. Es wurde Rolf Kappel für 50 Jahre Mitgliedschaft im Bürgerverein mit einer Urkunde und einem Orden geehrt. Das Ehepaar Rolef wird bei einem späteren Besuch der Vorsitzenden für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt werden.

Jahresbericht 2017

Danach berichtete die 1. Vorsitzende, Mecki Meiling, über die Aktivitäten in 2017.

Kassenbericht

Es erfolgte anschließend der Kassenbericht vom 2. Vorsitzenden Colin Keuker-Sample. Herausragend war in diesem Jahr die hohe Spendenbereitschaft, insbesondere von zwei hohen Einzelspendern, denen gedankt wird. Nicht im Kassenbericht enthalten, sind die Sach- und Geldspenden, die zusätzlich zur Arbeit durch die Vorstandsmitgliedern erfolgte, sonst wäre z.B. die Erstellung der neuen Internetseiten www.unservinxel.de nicht möglich gewesen.

Mitgliederentwicklung

Die Mitgliederentwicklung gestaltete sich sehr positiv mit einem Anstieg von 4,4% auf 455 Mitgliedern.
Nach dem Bericht der Kassenprüfer wird der Vorstand von den Mitgliedern entlastet.

Neuwahlen

Es tritt der 2. Vorsitzende Colin Keuker-Sample, die Schriftführerin Kathrin Puvogel und die Kassierein Rita Degen zurück.
Als Wahlleiter wird Rolf Kappel gewählt. Als 2. Vorsitzenden wird gewählt Dr. Rami Rabahieh, als Schriftführer Dirk Bachmann, als Kassiererin Sabine Büchel-Rabahieh.
Als Beisitzer werden gewählt Dr. Colin Keuker-Sample, Dr. Dirk Brinkmann und Michael Loeb.

Jahresausblick 2018

Es folgt der Bericht über das geplante Jahresprogramm 2018 mit allen größeren Aktivitäten.

Neuausrichtung Bürgerverein

Der Bürgerverein versucht sich neu auszurichten und seine Struktur und Organisation zu verbessern, damit der Verein zukunftsfähiger ist und auch unabhängig von wechselnden Personen arbeiten kann.
Es wird ein Helferaufruf gestartet. Der Bürgerverein möchte hier die Bürger aktivieren auch aktiv mitzuarbeiten.

Beitragserhöhungen

Anschließend erfolgt der Bericht über die allgemeine Finanzentwicklung und die finanziellen Risiken des Vereins von Dirk Bachmann. Hier möchte der Vorstand den Bürgerverein auf eine breitere finanzielle Basis stellen. Auch im Hinblick der bevorstehenden Aufgaben (z.B. der Bebauung) ist ein erhöhter Finanzbedarf zu erwarten. Der Verein hat fast keine Ressourcen (z.B. für die Mitgliederverwaltung) und bei sehr hohen Ausgaben ist er Abhängig von Einnahmen aus den Festen, die wiederum stark abhängig sind vom Wetter. Auch wäre voraussichtlich ein negatives Ergebnis erzielt worden, wenn die hohen Sach- und Geldspenden von Vorstandsmitgliedern ausgeblieben wären, die im Jahresbericht nicht erfasst wurden.
Es wird eine Anhebung der Beiträge auf 20 € pro Einzelmitglied und 30 € pro Familienmitgliedschaft ab 2018 von der Versammlung nach Diskussion beschlossen.

Bebauung Ziele Stadt/Fraktionen

Es erfolgt ein Bericht über den aktuellen Stand der Bebauung von Rami Rabahieh.
Politisch beschlossenes Ziel ist, die Einwohnerzahl in den nächsten 15 Jahren um ca. 4000 Einwohner zu steigern. Zur Erreichung der Ziele wurde die Empirica-Studie durchgeführt die insgesamt 10 Potenzialflächen im gesamten Königswinter betrachtet und hierzu Handlungsempfehlungen ausgesprochen hat.
Dabei wurden ca. 50 ha Potentialfläche untersucht, wobei insgesamt ca. 30 ha alleine in Vinxel und unmittelbarer Umgebung von Vinxel (Oelinghoven/Stieldorf) untersucht wurden. Dies entspricht einem Anteil von 60% aller potentiellen Baulandflächen in Königswinter.
Die Empirica-Studie ist mittlerweile als Leitlinie vom Stadtrat Königswinter am 18.12.2017 beschlossen worden.
Nicht untersucht wurde allerdings in der Studie, welche Infrastrukturmaßnahmen notwendig sind und wieviel diese Kosten.

Mögliche Baugebiete

Zusätzlich zu den Königswinterer Baugebieten im Kirchspiel kommen noch Baugebiete in Ungarten (ca. 300 Einwohner) und Roleber (bis zu 1300 Einwohner) hinzu.

In Vinxel direkt sollen 20,9 ha Baugebiete als Potentialflächen entwickelt werden.

Hierbei handelt sich um folgende Baugebiete:

  • „Alter Heeresweg“ mit einem gültigen Bebauungsplan und einer Größe von ca. 7,4 ha. Die Empirica-Studie empfiehlt eine schnelle Realisation dieses Baugebietes.
  • „Nördliches Feld Kapellenweg und Kasseler Weg“ mit einer Größe von ca. 9,4 ha. Hier besteht ein Aufstellungsbeschluss (50/19) zur Erstellung eines neuen Bebauungsplans.
  • „Hobshof und Kapellenweg“ mit einem noch aus den 70er Jahren bestehenden Bebauungsplans, wobei hier ebenfalls ein Aufstellungsbeschluss (50/18) besteht um einen neuen Bebauungsplan zu erstellen. Die Größe liegt hier bei ca. 4,1 ha. Es besteht auf dem Gebiet eine Gemeinbedarfsfläche die als „Begegnungsstätte“ bezeichnet ist.

Bevölkerungsentwicklung in Vinxel

Auf Basis der Rahmenbedingungen der Empirica-Studie wurde versucht die Bevölkerungsentwicklung abzuschätzen. Es ergeben sich auf dieser Fläche 345 Wohneinheiten. Da in Vinxel vor allem ein Wohnbedarf für Familien mit Kindern geschaffen werden soll, wird hier ein Personenzahl von 3,5 pro Wohneinheit angenommen (2 Eltern mit durchschnittlich 1,5 Kindern). Daraus ergibt sich eine geschätzte Neubürgerzahl von 1210 Personen. Dies würde ein Einwohnerzuwachs von fast 70% bedeuten. Und dies auch nur dann, wenn eine moderate Bauweise angenommen wird, ohne Mehrfamilienhäuser und komprimierte Bebauung (wie z.B. in der langen Hecke). 

Bevölkerungsentwicklung Stieldorf/Oelinghoven und Vinxel

Wenn weiterhin eine moderate Einfamilienhausbauweise ohne mehrgeschossigem Bau (wobei dies aber in der Empirica-Studie in Stieldorf empfohlen wurde) angenommen wird, besteht in diesem Gebiet ein möglicher Bevölkerungszuwachs von 1825 Personen. Dieses würde eine Steigerung um ca. 50% der Bevölkerung bedeuten.

Verkehrsentwicklung

Wenn die Baugebiete von Bonn hinzugerechnet werden, wird die Bevölkerung  um mögliche 3400 Einwohner steigen und dies alles in einem Radius von einem Kilometer.
Die Verkehrsentwicklung wird sich somit in diesem Bereich um mind. 50% steigern. Rechnet man noch die Mehrbelastung durch den zusätzlichen Verkehr durch die Baugebiete von Bonn (Ungarten und Roleber) zu den Nahversorgereinrichtungen in Stieldorf hinzu, muss mann möglicherweise mit einem zusätzlichen Verkehr von ca. 70% rechnen.
Der Pendlerverkehr nach Bonn, St. Augustin und Siegburg wird sich verschlechtern, wobei jetzt schon jeden morgen Stau in Niederholtorf, in der Langemarkstraße und am Niederpleiser-Kreisel besteht.
Hier wird sich der Druck auf die Südtangente deutlich erhöhen, wobei die Frage besteht, ob die Südtangente überhaupt zu einer Entlastung beitragen kann.

Sind Potentialflächen ausreichend?

Unter der Annahme, dass eine moderate Einfamilenhausbebauung durchgeführt wird, werden nach unseren Berechnungen mind. ca. 70 ha Bruttobauland benötigt. Wenn das Ziel von einem Bevölkerungszuwach um 4000 Einwohner stimmen sollte, müssten alle betrachteten Potentialflächen in Königswinter bebaut und auch noch weitere Baulandflächen geschaffen werden.
Auch in der Empirica-Studie wird ein Baulandbedarf zur Erreichung dieses Zieles von 65-80 ha genannt. Somit müssten alle Potentialflächen in Vinxel/Stieldorf und Oelinghoven bebaut werden.
Als Bürger stellt man sich die Frage, ob hier die von der Stadt und den Fraktionen gestellten Ziele richtig sind.

Bebauung in Vinxel aus Sicht des Bürgervereins

Der Bürgerverein ist nicht gegen eine Bebauung, vielmehr verstehen wir die Bebauung als Chance zu Weiterentwicklung des Dorfes. Aber die Bebauung sollte moderat sein und Vinxel soll dörflich bleiben, auch sollte die Infrastruktur nicht überfordert werden, sondern sie ist entsprechend anzupassen, insbesondere auch die soziale Infrastruktur.

Bebauung und Hobshof

Der aktuelle Pächter des Hobshof wird das Gelände Ende Mai voraussichtlich verlassen, Stadt und Schulfond möchten die Gebäude möglichst abreißen. Die Empirica-Stuidie empfiehlt hier den Bau von Mehrfamilenhäusern. Die Stadt soll/will das Grundstück kaufen.
Der Hobshof ist ortsbildprägend und ist historischer Sieglungsursprung und im Mittelpunkt des Dorfes. Es sollte wenigstens der Stall/Scheune erhalten bleiben, der als einziges noch an den landwirtschaftlichen Ursprung von Vinxel erinnert. Auch sollte  die Gemeinbedarfsfläche als Gemeinbedarfsfläche genutzt werden. Bei fast fehlender sozialer Infrastruktur soll Vinxel ein Begegnungsstätte erhalten. Die Gemeinbedarfsfläche ist für die zu erwartende Entwicklung viel zu klein. Diese wurde von der Größe her in den 70er Jahren festgelegt, wobei Vinxel in den letzten Jahrzehnten bereits kräftig gewachsen ist und noch voraussichtlich – wie dargestellt – deutlich weiter wachsen soll.

Neugestaltung der Ortsmitte

Hobshof ist das historische Zentrum mit Identitätsmittelpunkt des Dorfes. Es hat ein sehr hohes gemeinschaftsbildendes Potenzial für die Zukunft. Die Planung muss somit mit Weitsicht und bürgerschaftlicher Sensibilität erfolgen, zumal die Planung Bestand hat für die nächsten Jahrzehnte.
Vom Bürgerverein sowie von der Bürgerinitiative Vinxel wird ein Planungswettbewerb “Neue Ortsmitte Vinxel” vorgeschlagen.

Anträge zur Bebauung

Nach einer regen Diskussion werden die drei zur Bebauung vorgelegten Anträge angenommen und die Sitzung beendet.